Geschichte von Müllen |
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Die Geschichte Müllens im Lauf der Jahrhunderte Ein großer Teil dieses Königsgutes lag im Gebiet der Ortenau und wurde im 13. Jahrhundert als Landvogtei Ortenau verwaltungsmäßig erfaßt und gestrafft. Im Mittelalter wurde der königliche Besitz dem Adel als Lehen verkauft, verschenkt oder verpfändet. Für Müllen sieht dieser Weg im Mittelalter und der frühen Neuzeit einen häufigen Wechsel in der Ortsherrschaft vor, der uns nicht immer bis in das Einzelne bekannt ist. Als erster Ortsherr, am 14. April 1139, ist das Kloster St. Georgen im Schwarzwald durch die oben bereits erwähnte Urkunde Innozenz III. als Ortsherr bekannt, in dessen Besitz es sich auch noch 1343 befindet. Vom 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird Müllen zum Spielball der damals üblichen Verpfändungen und Verkäufe, verbunden mit dem Schicksal der Menschen im häufigen Wechsel der Ortsherren. 1379 erscheint der Straßburger Bürger von Winsberg als Besitzer der Mühlen und des Dorfes "Müllenheim", 1472 unterliegt Müllen der Verwaltung des "Steynes gein Ortenberg", 1480 wird der Pfalzgraf bei Rhein als Dorfherr genannt, 1505 geht der Ort durch Verkauf an Wolfgang von Fürstenberg, danach wieder an Straßburger Bürger und fällt schließlich wieder an die Fürstenberger zurück, bevor es schließlich über die Österreicher wieder zur Landvogtei Ortenau kommt. Neben den Schauenburgern bei Oberkirch hatte auch eine Freifrau von Falkenstein durch eine Pfandschaft zwischenzeitlich Besitz von Müllen ergriffen. Von 1765 bis 1783 war Müllen durch Verpfändung badischer Besitz und nach dem Ende des Hl. Römischen Reiches Dt. Nation wurde das Dorf ab 1805 dann endgültig badisch. Der Ortsname "Müllen" ist erst im 16. Jahrhundert in der heutigen Form entstanden. Er ist uns 1586 als "Muella", 1613 als "Millen" und "Mülla" sowie 1621 als "Milla" überliefert. Zuvor hieß dieser Ort, wie alte Belege und Urkunden belegen, 1139 "Mulnheim", 1368 "Millenheim, Mülnheim", 1480 "Muellenheim", 1505 "Muelheim" und 1550 "Mulheim".
So zogen 60 bis 70 Mann aus Müllen und Goldscheuer, darunter 46 Bewaffnete, auf die Matte und entführten den Dundenheimer das frisch gemachte Heu, immerhin 4 Wagenladungen. Im Handgemenge kam es zu "Übergriffen": der Dundenheimer Wendelin Bürger erhielt solch einen Schlag, daß er geblutet habe und ihm wurde eine Flinte vor die Brust gehalten. Im Folgenden entführte man sich gegenseitig Pferde, Vieh wurde eingefangen, beschlagnahmt und verpfändet und gar zwei Bürger aus Müllen im Dundenheimer Arrestlokal durch den Bürgermeister Diebold Roth eingesperrt. Alle Versuche, den Streit beizulegen scheiterten zunächst, erst Jahre später endete der "Dorfkrieg" dadurch, daß die Matte Dundenheim zugesprochen wurde und die Gemeinde Müllen eine Abfindung erhielt. Die Landvogtei kommentierte diesen Vorgang mit folgenden Worten: "Solche Freveltaten riechen nach jenen trüben Zeiten, wo das leidige Faustrecht noch herrschte. Dazu kommt noch, daß einige Zehntner Öhmd nicht wert sind, dass man deswegen das Leben mehrerer Menschen in Gefahr setzt." In der Neuzeit blieb auch Müllen nicht von den weltpolitischen Ereignissen unberührt. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges mußten die älteren Menschen und Frauen mit Kindern Müllen verlassen und wurden ins Württembergische evakuiert. Gab es im Verlauf des Ersten und Zweiten Weltkrieges auch wenig materiellen Schaden, das menschliche Leid war nicht geringer als anderswo. Der 2. Weltkrieg Krieg endete in Müllen am 15. April 1945 mit dem Einmarsch der französischen Truppen. Hunger und wirtschaftliche Not waren auch Müllen in der unmittelbaren Nachkriegszeit typisch. Mit Beginn des sogenannten Wirtschafswunders begann auch für das kleine Dörfchen Müllen eine rasante Entwicklung. Die Einwohnerzahl stieg stetig, da von der Gemeinde frühzeitig Baugelände zu Verfügung gestellt wurde, eine Entwicklung die auch in der Zukunft anhalten wird. Wie allen Gemeinden des Rieds gab auch Müllen die Landwirtschaft sein Gepräge. Zunächst hatte in den fünfziger Jahren die Flurbereinigung der Landwirtschaft neue positive Impulse verschafft, der Schwerpunkt lag auf Tabakanbau und Milcherzeugung,. Bald verringerte sich aber die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mehr und mehr und die Bewohner suchten ihr Auskommen immer mehr außerorts durch Tätigkeiten in den Gewerbe- und Industriebetrieben der Umgebung, hauptsächlich in Offenburg. Die Pfarrkirche St. Ulrich Von den Nebenaltären der Kirche blieben nur die Rahmen erhalten. Eine Mater-Dolorosa-Gruppe kam 1895 in die Kirche und im Zuge der Renovierung 1895/96 wurden sieben neue Fenster mit den Bildern der vierzehn Nothelfer eingesetzt. Tritt man durch den Chorbogen in den Chor, so tut sich besonders mit dem Sakramentsschrein oder dem Sakramentshaus die spätmittelalterliche Kirche auf. Auf dem linken Seitenaltar befindet sich eine Statue "Maria mit dem Kind" (Kopie eines Werkes in Vierzehnheiligen) und auf dem rechten Seitenaltar eine Statue des hl. Josef (Kopie eines Südtiroler Meisters), beide Figuren aus den Jahren 1973 und 1974. Die Pieta (eine Kopie eines Werkes von Ignaz Günther im Kloster Weyarn) stammt von 1975. In der Kirche erfolgten 1890, 1896, 1937 und zuletzt 1996 mehrere Renovierungen. Die Figuren der Apostel Petrus und Paulus wurden 1976 von ihrem Ölanstrich befreit; 60 % der heutigen Farben konnten von der ursprünglichen Fassung gerettet werden. In der gleichen Weise wurden der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre sowie die Empore im Jahre 1996/97 restauriert. Die erste Orgel in der Müllener St. Ulrichs-Kirche wurde 1752 durch frantz antoni Albrecht aus Offenburg für 100 Gulden errichtet. Schon 1762 stellt der Orgelmacher Seuffert für zwei neue Blasbälge in die restaurierte "Hoffweyrer Orgel", die ein Wohltäter den Müllenern geschenkt hatte, den Betrag von 40 Gulden in Rechnung. 1821 reparierte der bekannte Herbolzheimer Orgelmacher Blasius Schaxel diese "gänzlich verdorbene" Orgel um 46 Gulden. 1866/67 baut die Orgelbaufirma Blase u. Geiler in Offenburg die vierte Orgel für Müllen. Dieses Orgelwerk umfaßte 7 Register und kostete laut Vertrag mit der Gemeinde Müllen 1100 Gulden. Der Orgelbauer Franz Winterhalter aus Oberharmersbach erstellt 1966/67 eine einmanualige Orgel mit 8 Registern. Die derzeitige Orgel in der Wallfahrtskirche in Müllen wurde 1991 vom Orgelbauer Vier in Oberweier bei Lahr als zweimanualiges Werk mit 13 Registern gebaut. |
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