Willkommen in Neuried – einer jungen Gemeinde mit starken Wurzeln und einer besonderen Geschichte
Die Gemeinde Neuried entstand im Zuge der baden-württembergischen Kommunalreform Anfang der 1970er-Jahre. Damals standen viele kleinere Gemeinden vor der Frage, wie sie ihre Zukunft gemeinsam gestalten können. Für die Orte Altenheim, Dundenheim, Ichenheim, Müllen und Schutterzell bedeutete dies einen historischen Schritt: Nach intensiven Gesprächen, zahlreichen Sitzungen und mutigen Entscheidungen unterschrieben die Bürgermeister am 14. August 1972 den Fusionsvertrag zur Gründung der neuen Gemeinde Neuried. Offiziell besteht die Gesamtgemeinde seit dem Jahr 1973.
Mit diesem freiwilligen Zusammenschluss gaben die fünf traditionsreichen Rieddörfer ihre jahrhundertealte Selbstständigkeit auf – nicht ohne Diskussionen und Bedenken. Viele Bürger fragten sich damals, ob aus den einzelnen Orten wirklich eine gemeinsame Gemeinde entstehen könne. Doch die Verantwortlichen erkannten früh die Chancen: Gemeinsam wollte man stärker werden, die Infrastruktur verbessern und die Zukunft der Region aktiv gestalten.
Einer der prägenden Persönlichkeiten dieser Zeit war Hermann Mild, der erste Bürgermeister der Gemeinde Neuried. Über 24 Jahre hinweg begleitete und formte er die Entwicklung der jungen Kommune. Rückblickend sprach er davon, dass „viele und lange Nachsitzungen notwendig waren, bis das Kind Neuried geboren und getauft werden konnte“. Dieser Satz beschreibt bis heute den Geist der Gründungszeit: Zusammenarbeit, Geduld und der Wille, gemeinsam etwas Neues zu schaffen.
Heute – mehr als fünf Jahrzehnte später – ist aus diesem mutigen Projekt eine lebendige und moderne Gemeinde geworden. Neuried verbindet ländliche Tradition mit hoher Lebensqualität und einer starken Gemeinschaft. Obwohl die Ortsteile ihre eigene Identität, ihre Vereine und ihre gewachsenen Traditionen bewahrt haben, ist über die Jahre ein „Wir-Gefühl“ entstanden.
Die Landschaft rund um Neuried prägt das Leben bis heute. Zwischen Rhein, Schwarzwald und Vogesen gelegen, bietet die Gemeinde eine außergewöhnliche Lage im Herzen Europas. Frankreich liegt nur wenige Minuten entfernt, die Schweiz und Italien sind schnell erreichbar. Gleichzeitig ist das Ried mit seinen Feldern, Wiesen und Rheinauen bis heute eng mit der Landwirtschaft verbunden.
Besonders bekannt ist Neuried für den Tabakanbau. Noch immer gilt die Gemeinde als größte Tabakanbaugemeinde Deutschlands. Daneben prägen Spargel, Erdbeeren, Obstbau sowie moderne Direktvermarktung und traditionsreiche Schnapsbrennereien das Ortsbild und die regionale Kultur. Auch Handwerk, Handel und mittelständische Betriebe tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Stärke der Gemeinde bei.
Errichtung der Erinnerungsstele
Zum 50-jährigen Jubiläum der Unterzeichnung des Fusionsvertrags wurde im Jahr 2022 am sogenannten „Drei Ländereck“ zwischen Altenheim, Dundenheim und Ichenheim eine Erinnerungsstele errichtet. Der Ort wurde bewusst gewählt: Hier treffen die Gemarkungen dreier Ortsteile aufeinander – ein symbolischer Mittelpunkt der Gemeinde. Die Stele trägt die Wappen aller Ortsteile und erinnert an die Menschen, die mit Mut und Weitblick den Grundstein für das heutige Neuried gelegt haben.
Ergänzt wird dieser Erinnerungsort durch einen überdimensionalen Holzstuhl und Ruheliegen mit Blick Richtung Schwarzwald und Vogesen. Sie stehen sinnbildlich für die gemeinsame Reise der Gemeinde: innehalten, zurückblicken und gleichzeitig offen in die Zukunft schauen.
Die Geschichte Neurieds zeigt, wie aus fünf eigenständigen Dörfern eine starke Gemeinschaft wachsen konnte – getragen von Zusammenhalt, Heimatverbundenheit und dem gemeinsamen Wunsch, Zukunft zu gestalten.

Mehrfacher Vandalismus am Gedenkstein
Doch auch dieser Ort blieb nicht unversehrt. Der dazugehörige Gedenkstein wurde im Mai 2024 durch mutwilligen Vandalismus schwer beschädigt und zerstört. Ein Wiederaufbau im März 2026 sollte das Zeichen der Erinnerung und des Zusammenhalts erneuern. Doch bereits im April 2026 wurde die Stele erneut Ziel blinder Zerstörung.
Die verbliebene Ruine erinnert heute nicht nur an die Gründung der Gemeinde Neuried, sondern auch daran, wie wertvoll Gemeinschaft, Geschichte und Zusammenhalt sind – und wie verletzlich öffentliche Zeichen der Erinnerung sein können. Gleichzeitig steht sie sinnbildlich für die Widerstandskraft der Gemeinde: Denn die Idee Neurieds, das Miteinander der Ortsteile und das gemeinsame Wir-Gefühl lassen sich nicht zerstören.









